Kommunikation in der Praxis

Heute Morgen habe ich einen interessanten Artikel gelesen, mit dem ich in vielen Punkten konform gehe. Vielfach wird versucht mit Floskeln und halbem wissen Eindruck zu schinden bei den Kunden, Klienten oder Patienten oder wie auch immer wir die Menschen nennen, mit denen wir jeden Tag zu tun haben. Gerade bei der ersten Kontaktaufnahme wird die ach so wichtige Anamnese gemacht doch hier verzetteln sich leider sehr viele und können die Informationen nicht mehr gewichten geschweige denn Kanalisieren. Die Frage, Rauchen Sie? Was mach ich mit dieser Information? Darf derjenige jetzt kein Sport machen oder behandelt werden? Nehmen Sie Medikamente? Was mach mit der Information? Wenn jetzt Schmerzmittel, Blutverdünner, Insulin, Aspirin Cardio oder, oder, oder, oder im Spiel sind? Darf derjenige jetzt keinen Sport machen oder darf er nicht behandelt werden? Ist es nicht so dass gerade solche Menschen, die den Weg in ein Fitness Studio zu einem Therapeuten oder Personal Trainer gefunden haben Unterstützung brauchen? Ja, denn sie machen den ersten Schritt ihre Gesundheit zu verbessern und oft sind es kleine Veränderungen die Anfangs sehr viel bewirken. Ich sage oft «mit dem Erfolg steigt der Anspruch» und wenn jetzt die Gier nach wissen des Kunden geweckt ist habe ich als Therapeut und Coach einen guten Job gemacht! In meiner jetzt beinahe 20-jährigen Erfahrung als Therapeut, Masseur und Personal Trainer bekomme ich oft mit, dass Menschen, die zu mir kommen oft an anderer Stelle einen sogenannten Seelen Strip gemacht haben aber man hat nie mit den Informationen, die sie weitergeben haben brauchbare Schlüsse gezogen. Kurz gesagt sie sind müde ihre Geschichte immer und immer wieder zu erzählen! Es wird bei der 1. Konsultation oft sehr viel gefragt und aufgeschrieben rund um Krankheiten und Beschwerden und Listen werden geführt. Jedoch wird praktisch nie danach gefragt was den genau das Anliegen ist oder was das Ziel ist! Warum fängt so ein Gespräch selten mit der Frage an: Was kann ich für sie tun? Was ist ihr Ziel? Ich arbeite genau nach dieser Methode eine Anamnese im herkömmlichen Sinn gibt es bei mir nicht, ein paar wichtige Eckpunkte um Kontraindikationen auszuschliessen und das Ziel, möchte ich wissen. Der Rest erzählt mir der Körper des Kunden und wenn man genau hinsieht dann lässt sich fast nichts verbergen. Jeder Körper ist wie eine Landkarte man muss sie lesen können und erfährt sehr viel mehr als mir eine Anamnese im traditionellen Stil geben kann. Körpersprache, Erscheinungsbild, Palpation und die Haut verraten einem geschulten Auge alles ohne das man einen «Fragen – Antworten Marathon» durchmachen muss wo dann die meisten Antworten durch das Raster fallen und gar nicht richtig gehört werden. Das ist meiner Meinung nach viel wichtiger als eine lange Liste, die mit all den negativen Punkten, die jemand mitbringt vor einem liegt. Viel wichtiger ist es das Positive heraus zu filtern und in den Vordergrund zu stellen! Wenn nämlich nur das negative im Vordergrund steht rauben wir unserem Kunden ganz bestimmt die Motivation und vielleicht auch den Schlaf und so dreht sich die Spirale munter weiter. Deshalb hebe ich immer das positive hervor und das negative wird dann Stein für Stein abgebaut und ausgemerzt. Wenn wir nämlich versuchen alles auf einmal auf den Kopf zu stellen wird es leider nicht zum Erfolg führen. Chronische Beschwerden, dauernde Muskelverspannungen, Sehnen Probleme, ein Burn Out oder der Bauchumfang sind nicht über Nacht gewachsen und es bedarf etwas Geduld und selbst Reflektion bis man wieder auf der Erfolgspur ist. Deshalb sind die mentale Einstellung, Ernährung und das Training die drei Säulen, die am ende das ganze Gebäude tragen.